Wie Kinder eine Scheidung erleben

Besonders betroffen von einer Scheidung sind Kinder. Sie fühlen sich vielfach schuldig an den Problemen der Eltern und an der Trennung. Streiten daher die Eltern, so suchen die Kinder, ihre eigene Schuld daran. Die Kinder sind tragen für die Konflikte der Eltern keine Schuld.

Es ist daher sehr klug, wenn Eltern ganz offen und ehrlich hinterfragen, ob sie Positionen, die sie für die Kinder durchsetzen wollen, auch wirklich für die Kinder durchsetzen oder ob sich dahinter eigene emotionale Geschichten verstecken. Um dies herauszufiltern gehört auch sehr Ehrlichkeit. Versteckt man nämlich eigene Bedürfnisse hinter Kinderinteressen, liegt ein Missbrauch des Kindes vor. Hinterfragt man die eigenen Aussagen wie z.B. dass der andere gewisse Dinge in der Erziehung schlecht macht, dass die Kinder bei einem selbst besser aufgehoben sind oder dass der andere viel zu wenig für die Kinder zahlt so maßt man sich an die Fähigkeit zu haben ein Urteil über den anderen Elternteil bilden zu können. Man würdigt ihn herab und erwartet dass sich dieser der eigenen Ansicht anschließt. In der Phase der Scheidung ist eine derartige Überzeugung schwierig. Viel leichter ist es eine gute Lösung über die Scheidungsmediation zu finden.

Beispielsweise in Wien wurden gute Erfahrungen mit der Mediation gemacht. Hier wird der Raum dafür geboten, dass trennungswillige Eltern mit Experten zusammensitzen und derartige Themen hinterfragen. Ihnen wird die dazu erforderliche Klarheit durch entsprechende Fragestellungen ermöglicht. Durch die Mediation soll es allen gut gehen. Es geht nicht darum, dem anderen möglichst viel weg zu nehmen oder das ein Elternteil sich als Anwalt des Kindes sieht. Viel wichtiger ist es dass das Paar gemeinsam Eltern bleibt und den Kindern vermittelt wird, dass die Eltern sie Kinder lieben und beide jederzeit für sie da sind. Die Eltern sollen den Kindern auch vermitteln, dass die Eltern schuld sind am scheitern der Beziehung und das Kind keine Schuld daran trägt. Es gibt auch zahlreiche professionelle Institutionen, die in derartigen Fragen unterstützen, wie beispielsweise Regenbogenverein oder speziell geschulte Kindertherapeuten. Es ist abzuklären wer welche Bedürfnisse aht und wie dieser erfüllt werden. Wichtig ist es in derart schwierigen Phasen auch die Kinder genau zu beobachten und auf deren Signale zu reagieren.

Autor ist Harald Schrefl

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