Wie das Mobile zum Internet kam
Der eine oder andere wird sich sicherlich noch an die Zeit erinnern, als DSL anfing, die bundesdeutschen Haushalte zu erobern. Als sich die Technik der ‘Digital Subscriber Line’ so langsam zu einem Massenprodukt aufschwang, da wurde nach und nach deutlich, welche Auswirkungen ein weit verbreiteter Breitband-Internetzugang auf die Gesellschaft haben würde. Die individuelle Vernetzung und somit die persönlichen Kommunikationsmöglichkeiten nahmen drastisch zu.
Jetzt sind wir immer noch dabei, die Folgen dieser Entwicklung, die sich im Übrigen noch ganz am Anfang befindet, abzuschätzen. Jedoch hat sich zum Breitband-Internetzugang eine weitere Zugangsform zum Netz der Netze gesellt, die eine ganz eigene Dynamik ins Spiel brachte. Der Online-Zugang von unterwegs kommt in den letzten Monaten immer mehr in Mode und es scheint langsam das Mobile Internet ebenfalls zu einem echten Massenprodukt heran wachsen zu wollen. Die damit einher gehenden Veränderungen im individuellen Kommunikationsverhalten sind mindestens ebenso dramatisch wie die bei der Einführung von DSL.
Ebenso ist es wenig absehbar, wohin diese Entwicklung noch führen wird, da wir einfach nicht in der Lage sind, solch komplexe Einschätzungen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zuverlässig zu machen. Was sich allerdings gut abschätzen lässt ist die technische und die wirtschaftliche Entwicklung der UMTS-Technologie. Diese Mobilfunk-Technik der dritten Generation (3g) war hauptsächlich mit dem Aufstieg des mobilen Internets zur Massentechnologie verbunden.
Mittels UMTS lässt es sich zwischenzeitlich fast so schnell wie mit DSL, aber eben mobil surfen. Zudem haben die Forschungsabteilungen der Gerätehersteller ganze Arbeit geleistet und die mobilen Modems zu äußerst kompakten, leistungsfähigen Gadgets entwickelt. Der so genannte UMTS Stick ist ein gutes Beispiel für die Innovationskraft des mobilen Internets.
Vielleicht wäre auch Internetschlüssel ein besserer Name für das Stick-Modem, dass in der überwiegenden Mehrzahl der mobilen Internetzugänge mitgeliefert wird. Der Nutzer kann es nämlich einfach an seinem Schlüsselbund anhängen und kann dann an jedem beliebigen PC oder auch Notebook mit USB Anschluss einen Internetzugang herstellen. Technisch sind die kleinen Geräte voll auf dem Stand der Zeit – Download-Raten von bis zu 7,2 Mbit/s werden genauso unterstützt wie Zusatzfunktionen a la Speicherkarte. Auch ein TV-Tuner kann mit einem UMTS Stick kombiniert bzw. in diesen integriert werden, wie die letzten auf den Markt gekommenen Modelle unter Beweis stellen. So ist es auch kaum verwunderlich, wenn führende Netz-Anbieter wie T-Mobile die UMTS Stick Modems bereits in vierter Generation ihren web’n'walk Datentarifen beilegen. Für einen Geschäftszweig, der noch keine fünf Jahre auf der Welt ist bedeutet so etwas schon eine reife Leistung.
Autor ist Martin HockTags: hsdpa, mobil surfen, mobiles internet, Umts, umts stick