Wer hat was erfunden?
Niemand denkt eigentlich richtig darüber nach, dass auch die einfachsten Dinge, denen wir im täglichen Leben oft nur wenig Beachtung schenken, die aber durchaus nützlich sind, einmal von einem Erfinder entdeckt wurden. Oder wer erinnert sich an Ottomar von Mayenburg, wenn er frühmorgens seine Zähne putzt. Vielen wird dieser deutsche Apotheker noch nicht einmal ein Begriff sein. Trotzdem gilt er als Entwickler der Chlorodont-Zahnpasta. Von Johannes Gutenberg hat zwar jeder schon einmal gehört. Dennoch nimmt man heutzutage ein Buch ganz selbstverständlich zur Hand, ohne einen Gedanken an die Anfänge des Buchdrucks zu verschwenden. Kaffeegenießer wissen nicht immer, dass es Melitta Bentz zu verdanken ist, dass der Kaffee ohne Satz getrunken werden kann. Welcher Teenie hat schon Karlheinz Brandenburg, den Vater des MP3-Standards, im Sinn, wenn er mit Kopfhörern durch die Straßen zieht. Viele Erfindungen sind für uns selbstverständlich geworden. Andere geniale Entdecker dagegen sind im Gedächtnis gut haften geblieben. Andererseits hat hier der Name einen gewissen Bekanntheitsgrad, dennoch ist fraglich, ob jeder wirklich weiß, warum. Robert Koch war ein großartiger Mediziner und Mikrobiologe. Er entdeckte unter anderem den Milzbranderreger und den Erreger der Tuberkulose. Der Dieselmotor wurde tatsächlich von einem Herrn Diesel, nämlich Rudolf Diesel entwickelt. Sofern die Neuentwicklungen den Namen des Erfinders tragen, ist eine Ableitung einfach, wie das Beispiel von Conrad Röntgen, dem Entdecker der Röntgenstrahlen zeigt. Johann Philipp Reis hat allerdings nicht etwa die Reispflanze entdeckt. Vielmehr war er an der Entstehung eines funktionierenden Telefons nicht unerheblich beteiligt. Eher unbekannt dürfte sein, dass er schon an einer Version der heutigen Inline Skates tüftelte.
Autor ist Andreas Mettler