Warum neben der gesetzlichen Unfallversicherung auch die private wichtig ist

Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine wichtige Sozialleistung. Über sie werden Arbeitnehmer, Schüler und Studenten versichert. Inhaltlich sollen Versicherungsnehmer der Unfall Versicherung die finanziellen Nachteile von Unfällen im Rahmen seiner beruflichen oder schulischen Betätigung erstattet werden.

Versichert ist man aber nicht nur während der Anwesenheit am Arbeitsplatz oder in der Schule. Auch die Wege dorthin und nach Hause sind versichert. Aber die gesetzliche Unfallversicherung versichert nur den direkten Weg. Eine Abweichung von der Strecke, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz oder der Schule steht, führt zum Versicherungsverlust.

Diese Tatsache führt regelmäßig zu Rechtsstreitigkeiten, wenn zum Beispiel Versicherte einer gesetzlichen Unfall Versicherung einen kleinen Umweg fahren um zu tanken, oder einen Brief einzuwerfen. Die Gerichte entscheiden in diesen Fällen zu Lasten des Versicherten. Das gilt auch für Extratouren am Arbeitsplatz. Wer das Büro während der Arbeitszeit verlässt und sich in der Bäckerei gegenüber ein Brötchen kauft, steht ohne den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung da, wenn ihm in dieser Zeit ein Unfall passiert. Kinder weichen besonders schnell vom direkten Weg ab. So kommt es regelmäßig in solchen Situationen zu schweren Unfällen. Allein 2008 verunglückten fast 28.000 Schulkinder im Straßenverkehr und viele der Unfälle fanden nicht auf dem Schulweg statt.

Um wenigstens die Kosten nach schweren Unfällen aufzufangen ist dringend eine private Unfall Versicherung anzuraten. Die Unfall Versicherung kommt auch für die Kosten auf, die durch Invalidität entstehen. Dabei unterläuft vielen Versicherungsnehmern der Fehler, dass sie nur für den Versorger einer Familie eine Unfallversicherung abschließen. Verunglückt die Mutter, die beispielsweise mit zwei kleinen Kindern als Hausfrau tätig ist, fällt die Kinderbetreuerin aus. Um den Kindern noch gerecht zu werden, muss der Vater seine Anstellung aufgeben um die Kinderversorgung zu gewährleisten. Der finanzielle Absturz ist deshalb unabhängig davon, welcher Elternteil schlimmstenfalls dauerhaft ausfällt. Beide Elternteile brauchen eine Unfallversicherung. Das gilt aber auch für Kinder. Bei Folgeschäden muss meist einer der Eltern dauerhaft die Pflege oder Betreuung übernehmen. Der Transport zur Schule, die Teilnahme an Veranstaltungen, all das setzt voraus, dass ein Elternteil ständig anwesend ist. Ein Umstand der mit Berufstätigkeit nicht zu vereinbaren ist und zu dauerhaftem Verdienstausfall führt. Besteht eine private Unfallversicherung kommt die für die entstandenen Folgekosten auf. Das gilt auch wenn behindertengerechte Umbaumaßnahmen im Haus notwendig werden. Eine private Unfallversicherung ist aber auch für Singles wichtig. Wer nur für sich allein verantwortlich ist, vergisst schnell, wie abhängig er von seiner eigenen Leistungsfähigkeit ist. Deshalb sollte jeder Berufseinsteiger für sich die private Unfall Versicherung abschließen und sich genau ausrechnen wie hoch sein Bedarf tatsächlich ist, damit die Unfall Versicherung dem Anspruch angepasst werden kann. Eine klug durchdachte Unfall Versicherung beinhaltet eine Invalidenrente, von der man auch bei lebenslanger Invalidität gut leben kann.

Autor ist Sonja Barth

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