Vom Fuhrmann zum Logistikunternehmen mit Speditionen rund um Deutschland
Die Fuhrleute hielten den Handel nicht nur am Leben, sondern trugen maßgeblich zur baugeschichtlichen Entwicklung der Dörfer und Städte bei. Wie heute die Spedition transportierten sie einfach alles, was an Gütern zur Verfügung stand und von einem Ort an einen anderen gebracht werden musste. Mehr noch. Legten Schiffe in Binnenhäfen an, waren es häufig die Fuhrleute, die die Schiffe stromaufwärts mit ihren Pferden zogen, also treidelten. Seit der Antike, mit der auch der globale Handel einzog, waren die Fuhrleute die moderne Spedition dieser Frühzeit. Die Handelsorganisation der Hanse wäre ohne die Zunft der Fuhrleute nie in der Lage gewesen, Handel über ganz Europa, ja sogar bis weit in den Osten betreiben zu können. Doch Fuhrleute waren nicht nur einfach Transporter, sondern auch Vertrauensleute. Wie in jeder Zunft damals üblich, wurde auch hier ein Eid abgelegt, der den Fuhrmann zur Ehrlichkeit verpflichtete, (schon damals waren sie auch Überbringer von Wechsel), zum schnellen Transport und Pünktlichkeit und zur Leistung gegen eine nur geringe Gebühr. Manches scheint sich bis heute nicht geändert zu haben. Auch heute verpflichtet sich eine Spedition zur Pünktlichkeit und ordnungsgemäßen Abholung bzw. Ablieferung der Ware. Immer noch vertrauen jene, die eine Spedition mit dem Transport ihrer Güter beauftragen, auf deren Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Allein die Transportgebühren dürften doch um einiges gestiegen sein. Mit der Entwicklung moderner Transportmittel, der Ausweitung des Handels, des erhöhten Bedarfs an Gütern stiegen allerdings auch die Aufgaben. Das einstige Geschäft des Fuhrmanns, welches sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts hielt, wandelte sich zu einem vielseitigen Dienstleistungsunternehmen, der Spedition.
Autor ist Nicola LavaccaTags: Speditionen