Telefonieren im Straßenverkehr

Seit einigen Jahren darf in Deutschland am Steuer nur noch mit einer Freisprecheinrichtung telefoniert werden. KFZ-Halterungen für diesen Zweck gibt es jede Menge und für jedes Budget. Dennoch besitzen die meisten diese Technik noch immer nicht und riskieren stattdessen, dass sie eine Strafe zahlen müssen, weil sie das Mobiltelefon während der Fahrt in der Hand gehalten haben.
Das Verhalten erscheint paradox. Die Halterung für das Navigationsgerät gehört zur selbstverständlichen Ausrüstung. Für anderes Zubehör wie Displayschutzfolien, teure Kopfhörer oder Blickschutzfilter wird jede Menge Geld ausgegeben. Doch wenn es um die Freisprecheinrichtung geht, werden die Menschen zu Geizhälsen.
Wahrscheinlich geht es ihnen aber gar nicht so sehr ums Geld. Viel mehr steht die verhasste Maßregelung durch den Staat im Vordergrund. Viele sehen es überhaupt nicht ein, warum sie nicht mehr telefonieren dürfen. Sie hassen Regeln und sind der Meinung, dass sie mit dem Handy am Ohr genau so sicher fahren wie ohne.
Es wäre nicht schlecht, wenn sie ihr Verhalten überdenken würden. Die Unfallstatistik lügt nicht. Immer wieder kracht es, weil Fahrer von ihrem Telefon abgelenkt waren. Ob die Freisprecheinrichtung die richtige Lösung ist, ist unklar. Schließlich muss auch hier zunächst der Kontakt herausgesucht werden, bis telefoniert werden kann. Und die Spracherkennung ist bei den meisten Modellen sehr dürftig.
Anstatt sich aufzuregen, sollten die Regeln ernst genommen werden. Wer dem Telefonierverbot nichts Sinnvolles abgewinnen kann, sollte zumindest ans Geld denken. Schließlich muss er immer wieder aufs Neue zahlen, wenn er erwischt wird. Eine Freisprecheinrichtung dagegen ist eine einmalige Investition, die sich auf Dauer lohnt.

Autor ist Steffen Ehrlich

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