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Liebesgottheiten prägen noch heute unser kulturelles Gedächtnis

4th November 2008

Liebesgottheiten prägen noch heute unser kulturelles Gedächtnis

veroeffentlicht in Esoterik |

Anhänger einer monotheistischen Religion sehen in ihrem Gott den Weltenerschaffer, Weltenlenker und Weltenherrscher, Anhänger polytheistischer Religionen verteilen diese und andere Funktionen auf mehrere Gottheiten. Agnostiker halten Gottesbeweise für nicht möglich und daher für irrelevant, Atheisten bestreiten die Existenz von Göttern schlechthin. Anhängern all dieser Gruppen ist jedoch eines gemeinsam: Sie werden geprägt von der jeweiligen Kultur, in die sie hineingeboren wurden, und diese Kulturen sind stets auch religiös geprägt. “Man kann sich nicht von seiner Kultur befreien”, weiß der renommierte Berliner Diplom-Psychologe Volker Drewes, “zu tief hat sie sich in die Denk- und Gefühlsstrukturen jedes Einzelnen eingegraben.” Selbst tote Religionen, wie die antiken Gottheiten, prägen die westliche Kultur noch bis heute sehr stark. Vor allem die Liebesgottheiten wurden künstlerisch durch alle Jahrhunderte hinweg unzählige Male gestaltet, und noch heute kennt jeder die Geschichte der griechischen Aphrodite und ihres römischen Pendants Venus. Und die germanische Liebesgöttin Freya wurde sogar in unserem fünften Wochentag verewigt. Kulturfremde Liebesgöttinnen dagegen bleiben uns fremd. Wer kennt schon die keltische Liebesgöttin Ansotica? Im mesopotamischen Raum etwa wurde Ischtar als Liebesgöttin verehrt. Die Bedeutung der Ischtar-Verehrung zeigt sich heute u.a. an dem monumentalen Nachbau des Ischtar-Tores im Berliner Pergamonmuseum. Babylonier, Sumerer, Assyrer und Hurriter verehrten sie gleichermaßen. Aus dem mittelalterlich-slawischen Bereich wird von einer Liebesgöttin namens Lada berichtet. Historische Zeugnisse über sie existieren jedoch kaum, und außer der Namensgebung für eine russische Automarke ist nicht viel von ihr übrig geblieben. 

Es ist auch kein Zufall, dass ausgerechnet Liebesgottheiten die Kulturen so stark zu prägen vermochten. Neben den Kriegs- und Fruchtbarkeitsgottheiten stehen sie für den essentiellsten Bereich menschlichen Lebens. Man macht sich selten klar, wie viele Handlungen wir unwillkürlich vollziehen, nur um potentiellen Partnern gefallen zu wollen. Selbst wenn wir uns in einer festen Partnerschaft befinden, sind wir biologisch ständig auf Partnersuche. Kein Wunder, dass uns die Liebesgottheiten so nahe stehen. Sie leiten sozusagen den kosmischen Bestellservice für die Partnerschaft.

Autor ist Daniela Clausen


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Dieser Artikel wurde gepostet am Tuesday, 4 November, 2008 um 08:27
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