Kultur und Theater auf Japanreisen
Japanreisen sind großartig. Auf Japanreisen bekommt man viele neue Eindrücke, die kaum ein anderes Land weltweit zu bieten hat. Zu den Standarterlebnissen in Japan gehören Besuche in Tempeln und Schreinen, Tokyo und Kyoto, und seit dem sich viele Urlauber für japanische Kultur begeistern, auch japanisches Theater. Doch neben den modernen Stücken, die in Japan bereits ein breites Publikum gefunden haben, ist es eher das traditionelle Schauspiel, dass sich die Besucher auf Japanreisen gerne anschauen.
Das traditionelle japanische Theater wird in vier Formen geteilt: Nó, Kyógen, Kabuki und Bunraku.
Nó und Kyógen sind die ältersten bekannten Formen des Theaters. Nó ist die Handlung, die sich sich früher mit der zeitgenössischen Thematik beschäftigte, meist in einer ernsthafteren Form. Kyógen war dagegen der Pausenfüller zwischen den Akten des Nó-Spiels. Sein Hauptziel war die Zuschauer zum Lachen zu bringen. In einer satiristischen Form wurde dort der Alltag der Hauptpersonen dargestellt, und zeigte eher seine Schwächen als die heldenhaften Taten. Oft wurde in einem Kyógen-Stück die Ordnung in der damaligen Gesellschaft komödiantisch hinterfragt. In Kyógen-Spielen war es zunächst sogar Frauen erlaubt aufzutreten.
Als Gegenpol zu Nó entstand Kabuki, die bekannteste Form des japanischen traditionellen Theaters. Zu Anfang war Kabuki als eine freie Form des Schauspiels gedacht, doch später annahm sie immer mehr die Kunstform, die auch den Nó-Spielen ähnich ist. Heute besteht ein Kabuki-Spiel aus Tanz, Pantomime und Gesang. Das erste bekannte Kabuki-Spiel fand im Jahr 1603 statt. Seine Beliebtheit und Bekanntheit unter dem Publikum haben Kabuki-Aufführungen den aufwändigen und ausgefallenen Kostümen zu verdanken. Sogar die dargestellten Schwertkämpfe wurden bis in das 17. Jahrhundert mit echten Schwerten durchgeführt.
Bunraku unterscheidet sich gänzlich von den anderen Theaterformen, obwohl Bunraku in japanischen Theatern seinen Platz mindestens so lange hat, wie Nó oder Kyógen. Bunraku ist in Japan eine besondere Form des Puppentheaters. Die Puppen sind etwa einen bis ein Meter zwanzig groß und werden von mehreren Puppenspielern bewegt. Die Puppenspieler, die für die Bewegung der Gliedmaßen verantwortlich sind, sind ganz im schwarz bekleidet, die Spieler, die den Kopf bewegen, tragen dagegen bunte Sachen. Im Gegensatz zu normalen Puppenspiel sind die Puppenspieler in Bunrakuspielen für die Zuschauer zu sehen. Ein großer Bestandteil eines Bunraku-Stückes sind Musik und Gesang.
Alle vier Formen des japanischen Theaters wurden im letzten Jahrzehnt in die „UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen. Wer auf seinen Japanreisen das „National Theatre of Japan“ in Tokyo besucht, der kann sich dort erstklassige Aufführungen des traditionellen japanischen Theaters anschauen.
Autor ist Steven Chiller