Immobilien vor der Stadt – noch beliebt?

Stadtnahes Wohnen in der eigenen Immobilie ist beliebter denn je. Immer mehr Menschen, besonders aber Familien, schätzen die ruhige Lage in vorstädtischen Gebieten. Das größte Privileg vorstädtischen Wohnens ist die Verbindung aus ruhigem Wohnen und guter Infrastruktur.

Für eine Vorstadtimmobilie spricht aber auch der Preis. Aufgrund der höheren Grundstückspreise in innerstädtischen Lagen sind Immobilien in Citylage im Allgemeinen wesentlich teurer als in vorstädtischen Gebieten. Wegen der Ruhe, die vorstädtische Wohnlagen mit sich bringen, nehmen aber immer mehr Menschen Strecken von bis zu 10 bis 15 km bis in den Stadtkern gerne in Kauf.

Überhaupt muss vorstädtisches Wohnen keinesfalls mit Einbußen an Exklusivität einhergehen. Vielmehr ist es so, dass die größere Entfernung zum Nachbar und die größer geschnittenen Grundstücke in vorstädtischen Lagen durchaus als Mehrwerte verstanden werden können. Großzügigeres Wohnen und mehr Komfort sind eine mögliche Folge.

Besonders hochwertige Einfamilienhäuser auf freistehenden Grundstücken gelten als eine sichere Geldanlage mit hoher Attraktivität. Hochwertige Villen in Stadtnähe verzeichnen seit Jahrzehnten eine bessere Wertentwicklung als Wohnungen oder Reihenhäuser. Tendenziell gilt zwar der Grundsatz: Je näher am Stadtkern, desto teurer das Objekt, allerdings gibt es einige Wohngebiete in vorstädtischen Lagen, die Preise erreichen, welche sogar über innerstädtischen Lagen liegen. Dieser Umstand wird der Tatsache gerecht, dass viele vorstädtisch gelegene Immobilien besondere Vorzüge bieten.

Allerdings fordert das vorstädtische Wohnen auch seinen Tribut. Auch wenn die Strecke bis ins Stadtinnere oft nur wenige km beträgt, kann die Fahrzeit zu Stoßzeiten schnell mehr als eine halbe Stunde betragen. Überhaupt sollte darauf geachtet werden, dass in der Gegend der Wahl eine alltagsgerechte Infrastruktur gegeben ist. Mit dem zunehmenden Alter sinkt bei den meisten Menschen naturgemäß die Flexibilität, sodass Geschäfte, Ärzte und Bushaltestellen oder Bahnhöfe in unmittelbarer Nähe an Priorität gewinnen. Ohne einen eigenen PKW ist vorstädtisches Wohnen auch für ältere Menschen bei mangelhafter Infrastruktur nur selten attraktiv. Aus diesem Grund wandern besonders ältere Menschen von außerstädtischen Gebieten in Richtung Stadtkern.

Autor ist Tanja Wille

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