Ein Dach über dem Kopf

Für uns alle ist es doch am wichtigsten, ein anständiges Dach über dem Kopf zu haben. Doch nicht jeder kommt in den Genuss eines Daches. Denkt man vor allem an die Kinder in Deutschland, die einfach keine andere Wahl haben, als in einem Kinderheim zu leben. Freilich hat das Heim auch ein Dach, aber es ist eben nicht das eigene. Man muss sich sein Zimmer mit einer fremden Person teilen, immer ist man verschiedenen Abläufen und Regeln unterworfen. Das macht auf Dauer auch keinen großen Spaß. Wie gut ist es da, dass sich verschiedene Träger schon vor Jahren Gedanken gemacht haben, wie man Kinder auch kindergerecht unterbringen kann, ohne ihnen ihre Freiheit zu nehmen. So zum Beispiel sind die Wohngruppen derzeit groß im Kommen. Hier leben die Kinder und Jugendlichen mit Betreuern und Sozialarbeitern in einer kleinen Wohnung zusammen. Sie bestreiten ihren Lebensunterhalt alleine und versorgen sich selber. Sie stellen ihre eigenen Regeln auf und halten diese auch wesentlich besser ein. Es entwickelt sich eine Art des familiären Zusammengehörigkeitsgefühls. Jeder fühlt sich für den anderen verantwortlich und man hilft sich auch gerne gegenseitig. So sollte doch das Leben aussehen. Vor allem, wenn man schon vom Schicksal genug gebeutelt ist. Leider halten noch viel zu viele Einrichtungen an ihren alten und manchmal auch verstaubten Gedanken und Idealen fest. Sie wollen sich nicht verändern. Selbst wenn sich die Kinder weiterentwickeln. Am meisten ist das bei den Behinderten zu erkennen. Es gibt immer noch das alte Wohnheim für Behinderte, und daran wird sich so schnell nichts ändern.

Autor ist Holger Schossig

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